Russian Districts Award (RDA) – Ein besonderer Spaß

Vor ein paar Monaten erhielt ich eine E-Mail von den RDA-Organisatoren mit der Bitte, mich am RDA-Programm zu beteiligen. Dass es dieses Diplom gibt, wusste ich schon lange, hatte mich aber nicht weiter darum gekümmert.

Kurz darauf kam das Gespräch mit einem OV-Kollegen auch auf dieses Thema. Er schwärmte von der hervorragenden RDA-Internetpräsenz und gab mir als Starthinweis den Link zu mydx.eu. Den habe ich dann mal ausprobiert. Und nach Eingabe meines Rufzeichens hatte ich damals bereits ohne mein Zutun 471 RDAs bestätigt. Ich sah etwa folgendes Bild:

Eine sehr schön aufgemachte Webseite mit hohem Informationsgehalt und großem Motivationsfaktor. Die bereits bestätigten RDAs ergaben sich daraus, dass viele russische Amateure ihre Logs in die RDA-Datenbank hochladen. Das trifft besonders auf die RDA-Expeditionäre zu. RDA-Expeditionen sind sehr beliebt. Immerhin gibt es 2642 Distrikte, von dene in einigen gar keine Funkamateure leben.

Bis heute sind natürlich einige RDA-Kenner hinzugekommen. Neben dem Upload der russischen Logs in die RDA-Datenbank, der ja vom Jäger nicht beeinflusst werden kann, gibt es weitere Möglichkeiten.

Papier-QSLs

Hierfür gibt es eine Smartphone-App, die schwer beeindruckt. Im Smartphone-Browser öffnet man mydx.eu und tippt auf das Menüsymbol mit den drei horizontalen Streifen (vorher natürlich auch hier das eigene Rufzeichen eingeben). Dann wählt man „Send QSL Scan“ und gibt den RDA-Kenner ein, fotografiert eine oder beide Seiten der QSL-Karte und klickt auf „Send“. Der Scan wird zu RDA hochgeladen. Wenn die Seite gleichzeitig im Computer geöffnet ist, sieht man auch, dass der Zähler hinter „in review:“ um Eins steigt.

Meist abends prüft dann ein Verantwortlicher die Scans. Der Zähler hinter „in review“ geht entsprechend nach unten. Bei Problemen gibt es eine kurze Information in „Send QSL Scans“. Bei alten QSLs kann es vorkommen, dass der aufgedruckte RDA-Kenner nicht mehr gültig ist.

Steht gar kein RDA-Kenner auf der QSL, kann der Distrikt auch in der RDA-Datenbank unter rdacfm.ru bestimmt werden. Im Tab RDAsearch kann entweder das Rufzeichen eingegeben werden und man erhält die jeweils gültigen RDA-Kenner.

RDA-Datenbank auf rdacfm.ru

RDA-Datenbank auf rdacfm.ru

Es ist also nicht nötig, Papier-QSLs aufzulisten oder irgendwohin zu schicken, genial! Und das System funktioniert reibungslos.

LOTW-Bestätigungen

LOTW-Bestätigungen gehen auf die gleiche Art und Weise in den eigenen RDA-Stand ein wie Papier-QSLs. Nur muss vorher natürlich unter cfmrda.ru der jeweilige RDA-Kenner ermittelt werden. Mit dem Smartphone fotografiert man dann die QSL-Detailseite unter „Your QSOs“ –> <Auswahl treffen> –> „Details“.

hamlog.online-Bestätigungen

Leider sind nicht sehr viele russische Stationen in LOTW aktiv. Wer ernsthaft RDAs sammeln und dabei möglichst wenig Papier-QSLs einsetzen will muss also dorthin gehen, wo russische Online-QSLs zu haben sind. Das ist hamlog.online. Dieses System hat viel Ähnlichkeit mit eQSL.cc. Allerdings mit stark russischem Fokus. Hier gibt es die unübersehbare Fülle russischer Diplome mit einer Webunterstützung, die weltweit ihresgleichen sucht. Der eine oder andere von Euch kann sich bestimmt an die Diplome zur FIFA-WM 2018 erinnern.

Ein Account ist schnell angelegt. Dann kann man sein(e) Rufzeichen anlegen und ein QSL-Bild speichern. Wie bei LOTW und eQSL.cc lädt man dann seine Logdateien im ADIF-Format hoch.

Für den RDA-Sammler ist wichtig, dass jeweils nachts die RDA-relevanten Matches in die RDA-Datenbank automatisch übernommen werden. Man selbst braucht also nur seine Logs hochzuladen. Aber Achtung: Neue Rufzeichen in hamlog.online werden durch RDA nur samstags ermittelt. Es kann also ein paar Tage dauern, bis das Resultat im mydx.eu erscheint.

RDA-Kenner

Zur Zeit gibt es 85 Regionen (Oblasti), vergleichbar mit unseren Bundesländern mit insgesamt 2.642 Distrikten (RDA-Kenner). Diese entsprechen etwa unseren Landkreisen/kreisfreien Städten.

Der Oblastkenner besteht aus zwei Buchstaben und ist aus dem Rufzeichen ablesbar. Dafür werden die Ziffer im Präfix und der nachfolgende Buchstabe herangenommen. Zuordnungstabellen gibt es im Internet. Das gilt natürlich bei Sonderrufzeichen nur manchmal.

Die Distrikte werden dann zweistellig im jeweiligen Oblast durchnummeriert.

RDA-Kenner sammeln und Diplome erwerben

Die Diplome gibt es in den Stufen 100 – 250 – 500 – 1000 – 1500 – 2000 – 2500 – All ohne Band-/Mode-Beschränkungen. Auch Bestätigungen für eigene Auslandsaktivitäten zählen offensichtlich. Unter „Buy now“ kann man sie erwerben. Ein paar Wochen später kommen sie dann per Post, siehe auch Meine Diplome.

Im Tab „Stations online“ werden RDA-relevante Spots aufbereitet. Die Filterung auf „ATNO“ ist zu empfehlen.

Allerdings „rollt“ die Seite sehr schnell, wenn man nur ein paar wenige Hundert RDAs bestätigt hat. Die Aktivität ist groß. Und gerade RDA-Expeditionen sind hart umlagert. Ich musste oft viel Erfahrung  (sowie manchmal auch Power) aufbringen, um zum QSO zu kommen.

Zusätzliche Motivation gibt es auf mydx.eu im Tab „Award owners“. Man kann hier sein Fortkommen im Ranking der RDA-Jäger verfolgen:

Allein alle 85 Oblasti ab 1992 bestätigt zu bekommen ist eine Herausforderung. Mir fehlen noch zwei, CN (Tschetschenien) und IN (Inguschetien). Während des Schreibens dieses Beitrags gelang mir endlich ein QSO mit RD7P (Grozny/CN).

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Outdoor-Funkausrüstung (KX3 & FTM-7250)

Seit einigerZeit machte ich mir Gedanken, um dieEffektivität meiner Outdoorausrüstung zu optimieren. Problemstellen waren:

  • Beim FT-857D ist die Performance auf VHF/UHF nicht wirklich ausreichend und für HF wäre ein Antennentuner manchmal wünschenswert.
  • Der IC-7000 hat ist sehr leistungsstark, aber schwer und hat einen hohen Stronverbrauch bei Empfang. Und auch hier fehlt mir manches Mal der Antennentuner.
  • Und egal, ob ich nur HF- oder nur VHF-/UHF-Betrieb beabsichtige, ist immer alles mit im Rucksack.

Abhilfe soll ein modulares Set bringen. Also habe ich im Frühjahr 2021 über eBay-Kleinanzeigen einen gut ausgestatteten KX3 und im Fachhandel einen Mobil-tcvr FTM-7250 von Yaesu erworben.

Die Leistungsfähigkeit des KX3 ist über jeden Zweifel erhaben, die maximal 15 Watt Output müssen genügen.

Für den FTM-7250 sprechen die hohe Ausgangsleisung auch auf 70CM sowie der Lautsprecher vorn. Den Output auf 70CM mit Akku (12,4 V unter Last) habe ich mittels R&S-Powermeter mit 40 Watt gemessen.

Den Einbau in eine Fototasche zeigt die Bildergalerie:

Als Akku dient ein 9-Ah-LiFePo-Akku. Damit komme ich gut über vier oder fünf Aktivierungen am Tag.

Je nach Vorhaben kann jetzt entweder der KX3 zu Hause bleiben oder das UKW-Gerät (Urlaub außerhalb von Sachsen).

Mit dem FTM-7250 bin ich sowohl vom Empfang als auch von Qualität und Stärke des Sendesignals zufrieden. Mittlerweile benutzen einige der sächsischen Bergfunker diesen Typ.

Mit dem KX3 habe ich mich schnell angefreundet. Da ich fast ausschließlich in CW arbeite genügen die (12 … 15) Watt Maximal-Output. Auch diese Werte habe ich mit einem R&S-Powermeter gemessen. Für eine komplette WWFF- oder WCA-Aktivierung (44/50 QSOs) wird dann aber mehr Zeit gebraucht als mit 40 Watt aus FT-857D bzw. IC-7000. Deshalb halte ich mir letzteren noch in Reserve, hi.

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Outdoor-Funkausrüstung (IC-7000 für HF & VHF/UHF)

Ein IC-7000 ist recht gut sowohl für den Outdoor-Einsatz als auch für Portabel-Betrieb im Ferienhaus geeignet. Zu den positiven Eigenschaften gehören aus meiner Sicht:

  • ausreichender Output sowohl auf HF als auch auf VHF/UHF,
  • guter Empfänger,
  • relativ gut im Gelände bedienbar.

Es gibt aber auch Nachteile:

  • hohe Stromaufnahme im RX-Betrieb (1,3 A gemessen),
  • große Masse,
  • hohe Empfindlichkeit gegen HF-Einstrahlung.

Die folgende Bildergalerie zeigt den Einbau von Transceiver, Akku und Zubehör in eine Fototasche sowie die meistens verwendete Antennenanlage.

Als Akku verwende ich einen 12-Ah-LiFePo-Typ. Dieser wird von i-tecc als preisgünstiger Bausatz angeboten, jetzt sogar mit 15 Ah ausgewiesen. Allerdings wird zum Laden ein Ladegerät mit Balancer-Ausgang benötigt. Noch rechtzeitig vor der Tiefentladung schaltet der IC-7000 selbstständig ab. Dann muss ich etwa 13,5 Ah aufladen.

Auch das andere Zubehör gehört zu meinem Sandard:

  • Single Paddle von PalmRadio (gibt es leider nicht mehr) und
  • Stereo-Ohrhörer mit verlängertem Kabel (1,5 m).

Der tcvr steht in der Fototasche auf dem Kopf. Damit sind alle Anschlussbuchsen frei zugänglich. Das Bedienteil wird mittels Magnetsatz, wie er zur Handybefestigung im Pkw angeboten wird, auf dem Akku-Bausatz fixiert. Damit kann es bei Bedarf abgenommen und an die günstigste Bedienposition gelegt werden.

Diese Station werde ich wohl auch weiterhin einsetzen, wenn ich auf einer Wanderung innerhalb kurzer Zeit die 44 bzw 50 Pflicht-SOs für eine neue WWFF- oder WCA-Aktivierung schaffen will.

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ICOM CI-V mit Paar RemoteRig RRC-1258

Dieser Beitrag beschreibt eine allgemeingültige Lösung für ICOM-Transceiver mit CI-V-Schnittstelle, erkennbar an der Remote-Buchse an der Rückseite. Für die Steuerung ist auf der Operator-Seite (Control-Site) eine entsprechende CAT-Software erforderlich. ICOM liefert hierfür das hauseigene Produkt RS-BA1. Grundsätzlich ist aber auch jede andere Software einsetzbar, welche die für Icom-Transceiver benötigten Bedienfunktionen mitbringt.

Den Hardwareaufbau beschreiben die beiden Bilder:

Hier folgen einige Erläuterungen. Zunächst für die Radio-Site:

NetIO-230C Netzschalter, der ferngesteuert über das Internet 230 V an vier Ausgänge unabhängig voneinander zu- oder abschaltet. Hersteller ist KOUKAAM.
Router Der Router muss natürlich dauernd mit Strom versorgt werden, damit der Zugriff auf den NetIO-230C gewährleistet ist.
ICOM tcvr Die Bedienung des Radios erfolgt mittels geeigneter Software auf dem Operator-PC. Es kann jede CAT-Software eingesetzt werden, die den jeweils verwendeten Typ unterstützt.
Je älter der Transceiver ist, desto mehr eingeschränkt sind natürlich dessen Steuerungsmöglichkeiten.
Verbindungskabel TTL <–> Remote-Buchse Für die Verbindung des TTL-Anschlusses mit der Remote-Buchse des Transceivers ist ein spezielles Kabel erforderlich. Der Aufbau ist sehr einfach und im RemoteRig-Handbuch dargestellt.
Verfügt das Radio über eine runde Mikrofonbuchse, ist auch hier für die Verbindung zum AUX/MIC-Anschluss ein Adapterkabel nötig.
Verbindungskabel I/O <–> ACC-Buchse Dieses Kabel wird nur benötigt, wenn FSK-Betrieb gemacht werden soll. Entsprechende Informationen sind dem Beitrag „RTTY-FSK mit RemoteRig RRC-1258“ zu entnehmen.

Die Control-Site fällt ebenso recht übersichtlich aus.

RRC-1258 MkII Der Control-RRC muss über ein USB-Kabel mit dem Computer verbunden sein.
Bei dessen Konfiguration ist auf der Seite „Radio settings“ der letzte Parameter „Use USB Com Port as COM0“ auf „Yes“ zu setzen (s. u.).
Mikrofon/Kopfhörer bzw. Headset ICOM-Mikrofon, zweckmäßigerweise mit RJ-45-Stecker. Sonst wird ein Adapter benötigt.
Der Kopfhörer ist unkritisch und wird an die SP-Buche des Control-RRC angeschlossen.
Paddle Auch das CW-Paddle wird direkt an den Control-RRC angeschlossen. Damit erhält man einen Mithörton aus dem eingebauten Keyer ohne Verzögerung. Die Gebegeschwindigkeit wird am Poti des Control-RRC eingestellt.
RC-28 Dieser von ICOM angebotene VFO-Knopf mit PTT- und Funktionstasten funktioniert leider nur mit der ICOM-Software RS-BA1.
Stellt dann aber eine sehr schöne Möglichkeit dar, die am häufigsten benötigten Bedienhandlungen haptisch, und damit in gewohnter Weise, auszuführen.
Computer Gewöhnlicher Windows-Computer ohne größere Systemanforderungen.
Für die Konfiguration der verwendeten CAT-Software muss der im Windows-Gerätemanager für „RRC 1258 COM0“ ausgewiesene COM-Port gewählt werden, hier COM6.
Software RS-BA1 Benötigt wird nur die Komponente „Remote Control“. Die Funktionen von „Remote Utility“ werden (viel besser) von den RemoteRig-Controllern erfüllt.
Die Software ist speziell für ICOMs Funkgeräte entwickelt und bildet deren typspezifischen Funktionsumfang jeweils gut ab.
Der große Vorteil ist die Einsatzmöglichkeit des RC-28. Bei meinen Tests wollte ich nicht darauf verzichten.
Der Nachteil von RS-BA1  sind die fehlenden Logging-Funktionen. Und ein zweiter CAT-Port ist nicht so ohne weiteres machbar.
Software Hamradio Deluxe Wer sein Radio sowieso lieber per Maus bedient, wird sicher mit dieser Variante glücklich.
Zusätzlich zu den vielfältigen Funktionen zur Transceiversteuerung hat der Benutzer komfortable Logging-Funktionen. Muss aber auf die Nutzung des RC-28 verzichten.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich für Nutzer von WSJT-X und JTDX: In beiden Programmen kann als Transceiver „Hamradio Deluxe“ ausgewählt werden. Somit wird KEIN weiterer COM-Port benötigt.
CW-Interface Das CW-Interface ist nur erforderlich, wenn COM1 der RemoteRig-Boxen für andere Zwecke belegt ist (Rotor- oder PA-Steuerung).
Sonst wird der interne WinKeyer des Control-RRC verwendet.

Für die Konfiguration der Router und der RemoteRig-Boxen können die Informationen aus dem Beitrag Hinweise zur Konfiguration der RemoteRig-Controller herangezogen werden.

Die folgenden Bilder zeigen die wichtigen Abweichungen. Hierbei gehe ich davon aus, dass RRC 1258 COM0 zur Steuerung des Radios verwendet wird.

Zum Abschluss noch Hinweise zur Softwarekonfiguration:

Im Windows-Gerätemanager findet man die Port-Nummer, die Windows dem RRC 1258 COM0 zugewiesen hat, hier COM6. Dieser Wert ist bei der Konfiguration der CAT-Software zu verwenden.

Im zweiten Bild sind die Parameter zur Konfiguration von Icom Remote Control nachzuvollziehen.

Einen Screenshot von RS-BA1 zeigt das folgende Bild. Eingeblendet ist außerdem der Morsekeyer von RS-BA1.

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: RS-BA1 & CW panel

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: RS-BA1 & CW panel

Im Unterschied hierzu bringt Hamradio Deluxe komplette Logging-, CW- und Digimode-Funktionen mit, allerdings außer FT8/FT4.

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: Screenshot Hamradio Deluxe

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: Hamradio Deluxe

Mein Fazit für diese einfache Lösung:

  • Universell für ICOM-Transceiver einsetzbar.
  • Einfacher Aufbau und relativ geringe Anstrengungen bei der Konfiguration.
  • Recht zuverlässige Funktion, allerdings meldet sich RS-BA1 immer mal wegen fehlender Verbindung und man muss auf „Wiederholen“ klicken. Das ist lästig.
  • Damit gut geeignet für Alltags-QSOs in CW und SSB/FM.
  • Contest-Betrieb ist möglich, wenn eine Contest-Software mit ausreichenden CAT-Funktionen zur Verfügung steht.
  • Die Einbindung von Soundcard-Modi erfordert neben dem Interface auch noch Installation und Konfiguration von virtuellen Audiokabeln. Denn es gibt auf der Operator-Seite keinen Zugang zur Transceiver-Hardware.

Modifikation:

  • Der SSB-Operator wird sich einen Adapter zum Anschluss eines Headsets bauen.
  • Und dabei den PTT-Anschluss für einen Fußschalter herausführen.
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RTTY-FSK mit RemoteRig RRC-1258

RTTY spielt heute nur noch in Contesten eine praktische Rolle. Aber gerade hier kommt es auf saubere, stabile und reproduzierbare Signale an. Und da ist FSK gegenüber AFSK stark im Vorteil. Die gute Nachricht ist, dass die RemoteRig-Boxen selbst nativ FSK-Signale generieren und übertragen. Der Benutzer muss nur wenige Konfigurationsdetails beachten, um stabilen RTTY-Betrieb zu realisieren.

Die RRC-1258 nutzen vier virtuelle COM-Ports:

RRC-COM-Port Verwendung Bemerkung
RRC1258 COM0 Ausschließlich gedacht und benutzbar für die Übertragung der Signale zwischen tcvr-Bedienteil und tcvr-Grundgerät. Also nur für Geräte mit abgesetztem Bedienteil (IC-7100, TS-480 & Co.) nutzbar.
RRC1258 COM1 Für die Übertragung zusätzlicher Signale. PA-/Rotor-Steuerung bzw. hier WinKeyer.
RRC1258 COM2 Eigentlicher CAT-Kanal; wenn COM0 nicht für tcvr-Steuerung nutzbar ist, wird COM2 hierfür verwendet. Sonst eben für die Logging-Software.
RRC1258 COMExtra RTTY-FSK (TxD), RTS-Pin macht automatisch PTT. Nur verfügbar, wenn der USB-Anschluss des Control-RRC mit dem Computer verbunden ist.

Welche Portnummern dem jeweiligen RRC-COM-Port im Betriebssystem zugeordnet sind, ermittelt man über den Windows-Gerätemanager im Abschnitt „Anschlüsse: COM & LPT)“.

Über die IO-Buchsen der RemoteRig-Controller werden weitere Signale übertragen. In meinem Fall werden über diesen Anschluss im Radio-RRC folgende Signale ausgegeben:

  • OUT1:    RTTY-FSK
  • OUT2:    WinKeyer

Hardwareseitig ist nur das Kabel zwischen dem IO-Anschluss (Pin OUT1) des Radio-RRC und der FSK-Buchse des Transceivers zusätzlich erforderlich.

Für FSK relevante Einstellungen sind in der RRC-Konfiguration auf den Seiten „Serial Settings“ und „IO Settings“ vorzunehmen:

Die Konfiguration von MMTTY erfolgt genau wie bei lokalem Betrieb:

Im Tab „TX“ von MMTTY ist bei PTT & FSK Port die COM-Portnummer von RRC COMExtra aus dem Windows-Gerätemanager einzutragen. Da RemoteRig über diesen COM-Port auch immer PTT überträgt, sollte es hier keine Probleme geben.

In der USB Port-Option war bei mir die Einstellung „C: Limiting speed“ erforderlich.

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IC-7100 mit RRC-1258 & micro KEYER II

Ergänzung: Das Kabelschema ist jetzt beigefügt.

Dieser Beitrag beschreibt einen möglichen Endausbau; ohne Berücksichtigung von Antennenumschaltung, Rotorsteuerung und PA.

Remote-Betrieb als säße man direkt an der Station selbst, sowohl in SSB als auch CW und Digimodes bei Einsatz beliebiger Logging- und Contest-Software.

Und da der micro KEYER II zum Einsatz kommt, können zwei Anwendungen (quasi) gleichzeitig auf den CAT-Port des Radios zugreifen. Das ist vor allem sinnvoll, wenn schnell zwischen FT8 mit WSJT-X und SSB/CW gewechselt wird. Die Bilder zeigen den prinzipiellen Aufbau.

Hier folgen einige Erläuterungen. Zunächst für die Radio-Site:

NetIO-230C Netzschalter, der ferngesteuert über das Internet 230 V an vier Ausgänge unabhängig voneinander zu- oder abschaltet. Hersteller ist KOUKAAM.
Router Der Router muss natürlich dauernd mit Strom versorgt werden, damit der Zugriff auf den NetIO-230C gewährleistet ist.
IC-7100 Die Bedienung des Radios erfolgt mittels Bedienteil an der Control-Site über den Anschluss „Controller“.
CI-V-Interface Das CI-V-Interface mit Anschluss an die Remote-Buchse des Radios dient zur Ankopplung von Logging-Software.
Es ist entbehrlich, wenn keine Logging-Software mit dem Radio verbunden werden soll.
FSK-/CW-Kabel Das für RTTY-FSK-Betrieb erforderliche Kabel muss selbst hergestellt werden. Für CW bietet sich ein Standardkabel (2 x 3,5-mm-Klinkenstecker) an.


Die Control-Site ist deutlich komplexer. Jedenfalls, wenn alle Möglichkeiten genutzt werden sollen.

RRC-1258 MkII Der USB-Anschluss zum Computer wird lediglich für den FSK-Betrieb in RTTY benötigt.
Manuelles CW erfolgt über das direkt angeschlossene Paddle. Die Gebegeschwindigkeit wird am Drehknopf rechts gewählt.
Das CW-Signal vom micro KEYER II  wird an den I/O-Anschluss geführt.
An die COM2-Buchse führt der CAT-Anschluss des micro KEYER II.
micro KEYER II Realisiert außer FSK für RTTY alle Funktionen wie im lokalen Betrieb auch (CAT, WinKeyer, Soundcard-Interface).
FSK wird durch die RRCs selbst realisiert, sehr smart!
DB-37-Anschlusskabel Das muss selbst hergestellt werden.
Radioseitig ist das Kabel ein Zwitter:
– CAT: RS-232 (nicht CI-V!!)
– Audio: IC-7100-Konfiguration
Headset Der Kopfhörer wird an den RRC angeschlossen. Das ist wichtig für den korrekten Mithörton! Den Phone-Ausgang des Bedienteils vom IC-7100 habe ich folglich mit einem Klinkenster, in den ein Lastwiderstand eingelötet ist, ausgeschaltet.
Fußschalter Ist hier nicht eingezeichnet, wird an die entsprechende Cinch-Buchse des micro KEYER II angeschlossen.
Mikrofonumschalter Ich habe es nicht geschafft, dass der micro KEYER II das Mikrofonsignal für den IC-7100 automatisch zwischen Soundcard bei Digimodes und Mikrofon bei SSB umschaltet. Also habe ich einen Kippschalter in die Mikrofonleitung vom micro KEYER II zum IC-7100 eingefügt.
Computer Windows 10 und zugehörige Afu-Software. Im Einsatz sind Hamradio Deluxe, N1MM+ und WSJT-X, früher auch Logger32, Logic9, UCXLog sowie FLDigi.


Wie sagt man? „Besser geht nicht.“

Mögliche Modifikationen:

  • Wird kein FSK benötigt, kann das USB-Kabel zwischen Computer und Control-RRC entfallen.
  • Wird RRC 1258 COM1 nicht für Rotor-/PA-Steuerung benötigt, kann der interne WinKeyer des Control-RRC aktiviert werden (Serial settings: COM1 mode: 8 – WinKeyer). Dann ist das USB-Kabel aber wieder zwingend.

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Remote-Station: Varianten

Für die Realisierung einer Remote-Station gibt es mehrere grundsätzliche Möglichkeiten:

1. Internetfähiger Transceiver

Der Transceiver verfügt über einen LAN-Buchse und wird unmittelbar an das Netzwerk (LAN oder Internetmodem) angeschlossen. Die Serverfunktionen für Control, Audio und Command sind im Transceiver implementiert.

Auf der Operator-Seite ist eine zum Radio passende Client-Software auf dem Operator-PC erforderlich. Mit den hier jeweils implementierten Bedienfunktionen stehen und fallen die Nutzungsmöglichkeiten.

Produkt: Ten Tec: OMNI-VII & OMNI-VII OnePlug
ICOM: IC-7851, IC-9700 & RS-BA1
Remote Station: Internet tcvr (ICOM)

Remote Station: Internet tcvr (ICOM)


Die ICOM-Variante hat den Vorteil, dass die Software auf der Operator-Seite RS-BA1 in zwei Module aufgeteilt ist:

  • ICOM Remote Utility übernimmt die gesamte Signalübertragung.
  • ICOM Remote Control ist für die Bedienung zuständig.

Damit kann anstelle von ICOM Remote Control auch jede andere ICOM-kompatible CAT-Software zur Bedienung eingesetzt werden (HamRadio Deluxe, Transceivermanager, …).

2. Hardwarebasiert

Der Transceiver wird auf der Radio-Seite über eine Hardware-Komponente (Controller) mit dem Netz verbunden. Diese übernimmt die Aufbereitung der Audio- und Steuerdaten für die Übertragungstrecke.

Auf der Operator-Seite ist der dazu passende Controller zwischen Netzwerk und tcvr-Bedienteil bzw. Operator-PC geschaltet. Hier gibt es drei verschiedene Varianten:

  1. CAT-Software
    Auf dem Operator-PC läuft eine Software zur Transceiversteuerung, ähnlich der oben beschriebenen Version „Internetfähiger Transceiver“.
  2. Transceiver mit abgesetztem Bedienteil
    Dann steht das Bedienteil auf dem Operatorplatz und ist mit dem Controller verbunden (IC-7100, TS-480 u. a.)
  3. Twin-Variante
    Auf dem Operatortisch steht ein zweites Radio. Dieses ist gleich oder ähnlich dem eigentlichen tcvr und übernimmt die Bedienfunktionen (Yaesu-Twin, TS-590, K3).
Produkt: RemoteRig RRC-1258
Remote Station: RemoteRig & CAT Software

Remote Station: RemoteRig & CAT Software (1.)


Remote Station: RemoteRig & Separate Panel

Remote Station: RemoteRig & Separate Panel (2.)


Remote Station: RemoteRig & Twin tcvr (3.)

Remote Station: RemoteRig & Twin tcvr (3.)


3. Softwarebasiert

Alle für die Steuerung und Datenübertragung erforderlichen Funktionen werden mit Software verwirklicht. Diese Variante kann recht komplex ausfallen. Als Problem erwies sich bei meinen Tests der Computer auf der Radio site, wenn dort mehrere Anwendungen in bestimmter Reihenfolge nacheinander gestartet werden  müssen.

Produkte: RS-BA1 von Icom
HAM Radio Deluxe
IBR von W4MQ
Remote Station: Software based

Remote Station: Software based


4. Fernbedienung des Radio-PC

Der PC zur Steuerung der Funkstation wird fernbedient, zusätzlich wird das Audio-Signal über’s Netz übertragen.

Produkte: VNC
Teamviewer
Remote Station: Remote Control of Radio PC

Remote Station: Remote Control of Radio PC

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Hinweise zur Konfiguration der RemoteRig-Controller

Dieser Beitrag soll Hinweise zur Konfiguration der RemoteRig-Controller geben. Die Angaben gelten speziell für den IC-7100 mit abgesetztem Bedienteil, siehe den Beitrag IC-7100 mit RRC-1258 & micro KEYER II. Viele Angaben, gerade die im Abschnitt 1., sind aber universell verwendbar oder lassen sich leicht auf die aktuelle Situation abwandeln.

1. Initial-Konfiguration

Dieser erste Schritt sorgt dafür, dass beide RemoteRig-Controller vom Platz des Operators aus über LAN bzw. Internet erreichbar sind. Ist das nämlich geschafft, können alle weiteren Einstellungen und Anpassungen jederzeit über das Netzwerk vorgenommen werden.

1.1 IP-Einstellungen

Die im RemoteRig-Handbuch beschriebene Variante der Initial-Konfiguration über LAN funktioniert nur im Ausnahmefall, auf jeden Fall aber nicht bei Fritz!Boxen. Standardmäßig werden die RemoteRig-Controller mit IP-Adressen im Subnetz 192.168.0.xxx ausgeliefert. Fritz!Boxen haben intern aber den Adressbereich 192.168.178.xxx. Das passt nicht zusammen.

Deshalb sollten die ersten Konfiguratiosschritte mit dem Microbit Setup Manager per USB-Anschluss vorgenommen werden. Es gibt zwei Konfigurations-Alternativen:

RRC-1258: Initial Setup with fix IP

RRC-1258: Initial Setup with fix IP

RRC-1258: Initial Setup with DHCP

RRC-1258: Initial Setup with DHCP

Bleibt der Controller immer am selben Standort, wähle ich lieber die Variante mit fest vorgegebener IP-Adresse. Diese muss natürlich zum Adressbereich des Routers (hier im Beispiel eine Fritz!Box) passen und darf nicht durch ein anderes Gerät am selben Router benutzt werden. Für die Gateway- und die DNS-Serveradresse wählt man die Adresse des Routers. Wird der Controller in wechselnden Netzen eingesetzt (Hotel, Ferienwohnungen , …) ist die Variante auf Basis DHCP-Server zweckmäßig.
Dies trifft regelmäßig nur auf den Control-RRC am Operator-Arbeitsplatz zu.

1.2 Portweiterleitungen und DynDNS für den Router

Zusätzliche Anstrengungen sind auf der Radio-Site erforderlich. Denn der Radio-RRC muss im Gegensatz zum Control-RRC auch von außen, aus dem Internet heraus, von uns erreichbar sein. Von der Internetseite aus „sieht“ man aber nur den Router und nicht die einzelnen Geräte im internen Netz hinter dem Router.

Deshalb müssen im Router auf der Radio-Site Portweiterleitungen eingerichtet werden. Das Bild zeigt meine Einstellungen am Beispiel einer Fritz!Box.

Für die hier mit Radio-RRC1 bezeichnete RemoteRig-Box bedeutet das:

  • Von außen wird über Portnummer 8000 auf den Webserver des Radio-RRC (intern http, Port 80) zugegriffen. Das ist die Konfigurations-Oberfläche.
  • Über Port 23 kann von außen der Telnetserver des Radio-RRC angesprochen werden.
  • Ebenso werden die Standardports von RemoteRig 13001, 13002 und 13002 mit den angegebenen Funktionen 1:1 durchgereicht.

Für den HTTP-Server sowie den Telnet-Zugriff ist als Protokoll TCP zu wählen, für die anderen Ports UDP.

Manch einer kann den Router auf der Radio-Site an einer festen IP-Adresse betreiben. Es gibt Dienste, die gegen Entgelt einen Internetanschluss mit fester IP-Adresse bereitstellen. Dann gibt man im Webbrowser auf der Control-Site diese Adresse in der Adresszeile ein, gefolgt von einem Doppelpunkt und der Portnummer, hier :8000 (z. B. 222.333.444.111:8000) und nach <ENTER> erscheint der Startbildschirm des Radio-RRC.

In allen anderen Fällen muss ein sogenannter DynDNS-Dienst bemüht werden. Fritz!Box-Nutzer können auf den kostenfreien AVM-Dienst myfritz.net zugreifen. Die Einstellungen findet man leicht unter Internet –> MyFRITZ!-Konto. Mit der hier vergebenen Adresse erreicht man allerdings lediglich die Konfigurationseinstellungen des Radio-RRC (also dessen Webserver) und nicht die eigentliche Funktion! Es kann aber sehr hilfreich sein, wenn Konfigurationsanpassungen über einen zuverlässigen zweiten Weg möglich ist.

Nach Eingabe der MyFRITZ!-Adresse in der Form https://xxxxxxxxxx.myfritz.net:8000 ist dann die weitere Konfiguration netzbasiert möglich.

Nutzer eines andere Fabrikats ohne eigenen DynDNS-Dienst orientieren sich im Abschnitt 2. zur Verwendung von ddns.remoterig.com.

Für den Control-RRC genügt natürlich die Eingabe seiner lokalen IP-Adresse im Browser:

ControlRrc: Home Screen

ControlRrc: Home Screen

Spätestens jetzt können beide RemoteRig-Controller an ihrem jeweiligen Einsatzort angeschlossen werden. Und wenn sie vom Operator-Computer per Webbrowser erreichbar sind, können die weiteren Einstellungen vorgenommen werden. Vorher hat das wohl wenig Sinn.

2. Weitere Konfiguration

Hier kommen zunächst zusammengefasst die Einstellungen für die Radio-Site.

Die IP-Settings sind ja schon erfolgt. Dass aber zumindest für den Radio-RRC Benutzername und Passwort vorzugeben sind, ist sicher klar. Denn er ist ja über die Portweiterleitungen aus dem Internet zugänglich. Es kann aber auch für den Control-RRC sinnvoll sein.

Die weiteren Einstellungen sind weitgehend selbsterklärend. Lediglich die Seite „DynDNS settings“ bedarf einiger Hinweise. Die Firma MicroBit bietet für ihre eigenen Produkte einen kostenfreien DynDNS-Dienst an. Diesen installiert man, indem auf dieser Konfigurationsseite den RemoteRig-Dienst in der Drop-Down-Liste auswählt und auf <Submit> und dann <Apply> klickt. So werden die Felder automatisch gefüllt und im Controller gespeichert.

Im Router auf der Radio-Site sind dann die entsprechenden Einstellungen ebenfalls zu hinterlegen. Am Beispiel einer Fritz!Box wird das im letzten Bild gezeigt.

Wer für die Konfiguration selbst keinen separaten DynDNS-Dienst nutzen will, muss diese Einstellungen schon unter 1. durchführen.

In der folgenden Galerie sind die Einstellungen für die Control-Site (Operator) zusammengefasst.

Auf der Seite „Radio settings“ ist dann der von ddns.remoterig.com vergebene hostname einzusetzen oder eine feste IP-Adresse.

Auf der Seite „Serial settings“ ist mit „COM1 mode = Mode-8, WinKeyer“ der interne WinKeyer aktiviert , da dieser Port hier nicht dringender für andere Zwecke benötigt wird.

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IC-7100 mit RemoteRig RRC-1258 und USB Interface III

Dieser Beitrag ist eine Überarbeitung eines Artikels von 2018 und bezieht sich auf den Beitrag IC-7100 mit RRC-1258 & micro KEYER II.

Anstelle eines micro KEYERs II kommt das einfachere und preisgünstigere USB Interface III von microHam zum Einsatz. Damit sind aber auch Einschränkungen verbunden. Aus meiner Sicht sind das:

  1. Das USB Interface III bietet nur einen virtuellen COM-Port für CAT. Das heißt, es kann zu jedem Zeitpunkt nur ein Programm per CAT am tcvr aktiv sein. Nicht wie beim microKeyer II zwei Programme (CAT & 2nd CAT im USB Device Manager). Bei mir sind das derzeit Hamradio Deluxe als zentrales Logbuch und WSJT-X für FT8-QSOs.
  2. Auch als Ein-/Ausgang für die Audiosignale ist nur eine Buchse vorhanden, nämlich die Mikrofonbuchse am Bedienteil des IC-7100. Beim Wechsel von SSB zu Digimodes muss das Mikrofon abgezogen und der Audiostecker des Interface-Kabels eingesteckt werden.
  3. Der Anschluss für einen Fußschalter fehlt. Hier bliebe der Weg, den PTT-Anschluss der Mikrofonbuchse am Bedienteil separat herauszuführen.

Für die Konfiguration der RRC-1258 gelten alle Angaben im Beitrag Hinweise zur Konfiguration der RemoteRig-Controller.

Die Bilder zeigen den Aufbau:

Hier folgen einige Erläuterungen. Zunächst für die Radio-Site:

NetIO-230C Netzschalter, der ferngesteuert über das Internet 230 V an vier Ausgänge unabhängig voneinander zu- oder abschaltet. Hersteller ist KOUKAAM.
Router Der Router muss dauernd mit Strom versorgt werden, damit der Zugriff auf den NetIO-230C gewährleistet ist.
IC-7100 Die Bedienung des Radios erfolgt über das abgesetzte  Bedienteil. Die Signale werden über den AUX/MIC-Anschluss der beiden RRC-1258 geführt. Im Windows Gerätemanager ist das „RRC 1258 COM0“.
CI-V-Interface Das CI-V-Interface mit Anschluss an die Remote-Buchse des Radios dient zur Ankopplung von Logging-Software über „RRC COM2“.
Es ist entbehrlich, wenn keine Logging-Software mit dem Radio verbunden werden soll.

Die Control-Site wird im zweiten Bild dargestellt.

RRC-1258 MkII Der gestrichelt dargestellte USB-Anschluss zum Computer wird lediglich für den FSK-Betrieb in RTTY benötigt. Darüber wird der virtuelle COM-Port „RRC1258 COMExtra“ bereit gestellt.
Manuelles CW erfolgt über das direkt angeschlossene Paddle. Die Gebegeschwindigkeit wird am Drehknopf rechts gewählt.
Der CAT-Anschluss des USB Interface III wird mit COM2 des RRC verbunden.
USB Interface III Realisiert außer FSK für RTTY alle Funktionen wie im lokalen Betrieb auch (CAT, Computer-CW, Soundcard-Interface). Es beinhaltet keinen WinKeyer.
WinKeyer und FSK können durch die RRCs selbst realisiert werden.
DB-15-Anschlusskabel Das muss selbst hergestellt werden.
Im USB Interface III müssen die Jumper für RS-232 eingesetzt werden.
Ein Schema des Kabels zeigt das dritte Bild.
Kopfhörer Der Kopfhörer wird an den RRC angeschlossen. Das ist für einen korrekten Mithörton entscheidend!
Den Phone-Ausgang des Bedienteils vom IC-7100 habe ich folglich mit einem Klinkenster, in den ein Lastwiderstand eingelötet ist, ausgeschaltet.
Mikrofon Das Mikrofon wird bei SSB-Betrieb mit der Mikrofonbuchse des tcvr-Bedienteil verbunden.
Paddle Das Paddle wird an den PAD-Anschluss des RRC-1258 angeschlossen.
Computer Windows 10 und zugehörige Afu-Software. Im Einsatz war längere Zeit Logic9, jetzt sind es Hamradio Deluxe, N1MM+, JTDX/WSJT-X. Darüber hinaus getestet habe ich Logger32, UCXLog sowie FLDigi.

Modifikation:

Wenn in den RemoteRig-Boxen deren COM1 nicht für Rotor- oder PA-Steuerung benötigt wird, bietet sich die Aktivierung des internen WinKeyers des Control-RRC an:

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: Control-RRC Serial Settings

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: Control-RRC Serial Settings

Damit vermeidet man die Nachteile von softwaregeneriertem CW. Gleichzeitig sind Gebegeschwindigkeit mit Paddle und PC immer gleich.


Das ist aus meiner Sicht eine günstige und übersichtliche Lösung für denjenigen OM, der entweder nur CW/SSB oder nur CW/Digimodes betreibt. Wer häufig zwischen SSB und Digimodes wechselt, wird sich bald für den micro KEYER II oder ein ähnliches Gerät entscheiden. Am besten, noch bevor er das USB Interface III erwirbt.

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Outdoor-Funkausrüstung (FT-857D auf HF sowie VHF/UHF)

Nachdem ich mit den 5 Watt Output aus dem FT-817ND nicht völlig zufrieden war, hatte ich zwischenzeitlich einen IC-7000 aktiviert. Der war mir dann aber auf Dauer doch zu schade für den rauen Außeneinsatz. Außerdem ist die Stromaufnahme bei Empfang mit deutlich mehr als 1 A schon recht hoch.

Seit mehr als einem Jahr kommt nun ein FT-857D zum Einsatz. Diesen betreibe ich auf HF meist mit 40 Watt Output, auf VHF/UHF mit dem Maximum von 30 bzw. 20 Watt.

Wie das erste Bild zeigt, habe ich den tcvr mit abgesetztem Bedienteil kopfüber in eine große Fototasche montiert. Damit sind die Anschlussbuchsen frei zugänglich.

Der Akku ist ein LiFePo-Typ mit 12 Ah Kapazität. Den gab es als Bausatz bei www.i-tecc.de. Die Kapazität reicht für etwa 2,5 Stunden Betrieb. Auf den Akku-Bausatz montierte ich eine Kopfplatte mit einem Magneten, wie er für die Befestigung von Handys am Armaturenbrett angeboten wird. Die zugehörige Eisenplatte ist unter das Bedienteil des FT-857 geklebt.

Die Antennen sind die bisher bewährten. Der Linked Dipole für 40/30/20 als Inverted Vee und die Anjo-Duobandantenne, montiert am auf 6 m gekürzten GFK-Mast von dx-wire. Sehr zufrieden bin ich mit dem Dipol-Mittelteil von Wimo, nicht ganz billig aber sehr haltbar.

Das ursprünglich vorhandene Fernsteuer-Mikrofon für den FT-857D habe ich durch das einfache MH-31 ersetzt. Es gab einfach viel zu viele ausgelöste Fehlfunktionen. Wenn beispielsweise versehentlich der Scanlauf aktiviert oder in den Memory-Mode umgeschaltet wurde .

Als weitere Komponenten verwende ich das Single-Paddle von PalmRadio sowie einen Ohrhörer mit auf 1,8 m verlängertem Anschlusskabel.

 

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