ICOM CI-V mit RRC-1258

Dieser Beitrag beschreibt eine allgemeingültige Lösung für ICOM-Transceiver mit CI-V-Schnittstelle, erkennbar an der Remote-Buchse an der Rückseite. Für die Steuerung ist auf der Operator-Seite (Control-Site) eine entsprechende CAT-Software erforderlich. ICOM liefert hierfür das hauseigene Produkt RS-BA1. Grundsätzlich ist aber auch jede andere ICOM-kompatible Software einsetzbar, welche die benötigten Bedienfunktionen mitbringt.

Den Hardwareaufbau beschreiben die beiden Bilder:

Hier folgen einige Erläuterungen. Zunächst für die Radio-Site:

NetIO-230C Netzschalter, der ferngesteuert über das Internet 230 V an vier Ausgänge unabhängig voneinander zu- oder abschaltet. Hersteller ist KOUKAAM.
Router Der Router muss natürlich dauernd mit Strom versorgt werden, damit der Zugriff auf den NetIO-230C gewährleistet ist.
ICOM tcvr Die Bedienung des Radios erfolgt mittels geeigneter Software auf dem Operator-PC. Es kann jede CAT-Software eingesetzt werden, die den jeweils verwendeten Typ unterstützt.
Je älter der Transceiver ist, desto mehr eingeschränkt sind natürlich dessen Steuerungsmöglichkeiten.
Verbindungskabel Für die Verbindung des TTL-Anschlusses mit der Remote-Buchse des Transceivers ist ein spezielles Kabel erforderlich. Der Aufbau ist sehr einfach und im RemoteRig-Handbuch dargestellt.
Verfügt das Radio über eine runde Mikrofonbuchse, ist auch hier für die Verbindung zum AUX/MIC-Anschluss ein Adapterkabel nötig.

Die Control-Site fällt ebenso recht übersichtlich aus.

RRC-1258 MkII Der Control-RRC muss über ein USB-Kabel mit dem Computer verbunden sein.
Bei dessen Konfiguration ist auf der Seite „Radio settings“ der letzte Parameter „Use USB Com Port as COM0“ auf „Yes“ zu setzen (s. u.).
Mikrofon ICOM-Mikrofon, zweckmäßigerweise mit RJ-45-Stecker. Sonst wird ein Adapter benötigt.
Kopfhörer Der Kopfhörer ist unkritisch und wird an die SP-Buche des Control-RRC angeschlossen
Paddle Auch das CW-Paddle wird direkt an den Control-RRC angeschlossen. Damit erhält man einen Mithörton aus dem eingebauten Keyer ohne Verzögerung. Die Gebegeschwindigkeit wird am Poti des Control-RRC eingestellt.
RC-28 Dieser von ICOM angebotene VFO-Knopf mit PTT- und Funktionstasten funktioniert leider nur mit der ICOM-Software RS-BA1.
Stellt dann aber eine sehr schöne Möglichkeit dar, die am häufigsten benötigten Bedienhandlungen haptisch, und damit in gewohnter Weise, auszuführen.
Computer Gewöhnlicher Windows-Computer ohne größere Systemanforderungen.
Für die Konfiguration der verwendeten CAT-Software muss der im Windows-Gerätemanager für „RRC 1258 COM0“ ausgewiesene COM-Port gewählt werden, hier COM6.
Software RS-BA1 Benötigt wird nur die Komponente „Remote Control“. Die Funktionen von „Remote Utility“ werden (viel besser) von den RemoteRig-Controllern erfüllt.
Die Software ist speziell für ICOMs Funkgeräte entwickelt und bildet deren typspezifischen Funktionsumfang jeweils gut ab.
Der große Vorteil ist die Einsatzmöglichkeit des RC-28. Bei meinen Tests wollte ich nicht darauf verzichten.
Der Nachteil von RS-BA1  sind die fehlenden Logging-Funktionen. Und ein zweiter CAT-Port ist nicht so ohne weiteres machbar.
Software Hamradio Deluxe Wer sein Radio sowieso lieber per Maus bedient, wird sicher mit dieser Variante glücklich.
Zusätzlich zu den vielfältigen Funktionen zur Transceiversteuerung hat der Benutzer komfortable Logging-Funktionen. Muss aber auf die Nutzung des RC-28 verzichten.
CW-Interface Das CW-Interface wird nur benötigt, wenn COM1 der RemoteRig-Boxen für andere Zwecke belegt ist (Rotor- oder PA-Steuerung).
Sonst wird der interne WinKeyer des Control-RRC verwendet.

Für die Konfiguration der Router und der RemoteRig-Boxen können die Informationen aus dem Beitrag Hinweise zur Konfiguration der RemoteRig-Controller herangezogen werden.

Die folgenden Bilder zeigen die wichtigen Abweichungen. Hierbei gehe ich davon aus, dass RRC 1258 COM0 zur Steuerung des Radios verwendet wird.

Zum Abschluss noch Hinweise zur Softwarekonfiguration:

Im Windows-Gerätemanager findet man die Port-Nummer, die Windows dem RRC 1258 COM0 zugewiesen hat, hier COM6. Dieser Wert ist bei der Konfiguration der CAT-Software zu verwenden.

Im zweiten Bild sind die Parameter zur Konfiguration von Icom Remote Control nachzuvollziehen.

Einen Screenshot von RS-BA1 zeigt das folgende Bild. Eingeblendet ist außerdem der Morsekeyer von RS-BA1.

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: RS-BA1 & CW panel

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: RS-BA1 & CW panel

Im Unterschied hierzu bringt Hamradio Deluxe komplette Logging-, CW- und Digimode-Funktionen mit, allerdings außer FT8/FT4.

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: Screenshot Hamradio Deluxe

rs ICOM CI-V mit RRC-1258: Hamradio Deluxe

Mein Fazit für diese einfache Lösung:

  • Universell für ICOM-Transceiver einsetzbar.
  • Einfacher Aufbau und relativ geringe Anstrengungen bei der Konfiguration.
  • Recht zuverlässige Funktion, allerdings meldet sich RS-BA1 immer mal wegen fehlender Verbindung und man muss auf „Wiederholen“ klicken. Das ist lästig.
  • Damit gut geeignet für Alltags-QSOs in CW und SSB/FM.
  • Contest-Betrieb ist möglich, wenn eine Contest-Software mit ausreichenden CAT-Funktionen zur Verfügung steht.
  • Die Einbindung von Soundcard-Modi erfordert neben dem Interface auch noch Installation und Konfiguration von virtuellen Audiokabeln. Denn es gibt auf der Operator-Seite keinen Zugang zur Transceiver-Hardware.

Modifikation:

  • Der SSB-Operator wird sich einen Adapter zum Anschluss eines Headsets bauen.
  • Und dabei den PTT-Anschluss für einen Fußschalter herausführen.
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