Für mich sind die wichtigsten Merkmale einer Outdoor-Station:

  1. ausreichende Performance,
  2. Robustheit und dann erst
  3. geringe Masse.

Vor allem aber muss die gesamte Ausrüstung im Rucksack Platz finden, damit im Ernstfall beide Hände frei sind.

Geringe Masse ist eigentlich nur dort wichtig, wo es auf unbequemen Wegen richtig steil bergauf/bergab geht. Ansonsten sind 13 kg auf einer längeren Wanderung noch gut zu verkraften.

Ich baue Akku und Funkgerät zusammen in eine Fototasche so ein, dass die Station mit möglichst wenigen Handgriffen funktionsbereit ist. Die Fototasche stellt einen guten Transportschutz dar und steht in unterschiedlichstem Gelände sicher.

Stromversorgung

Ich verwende ausschließlich LiFePo-Akkus. Einen mit 8,5 Ah für kleinere Leistung (FT-817ND) und einen mit 15 Ah bei größerem Leistungsbedarf. Dieser wiegt dann aber schon 1,7 kg.

Funkgerät

Begonnen habe ich mit einem FT-90 von Yaesu. Das ist ein kleiner und leichter VHF-/UHF-Mobiltransceiver mit 50 W bzw. 35 W Output auf 145 MHz bzw. 430 MHz in FM. Yaesu-Geräte benötigen gegenüber denen von Kenwood und vor allem Icom deutlich weniger Strom bei Empfang. Der 8,5-Ah-Akku hat bei voller Ausgangsleistung die 4 oder 5 Bergaktivierungen eines Tags durchgehalten. Ein perfektes Gerät für FM-Betrieb auf UKW.

 FT-90 zusammen mit Akku, Mikrofon und Kleinzubehör in einer Fototasche


Zum Einsatz kam dann ein TM-742 von Kenwood, um auch das 23-cm-Band bedienen zu können. Wegen des höheren Stromverbrauchs im Empfangsfall wurde dieser von einem 12-Ah-Akku gespeist. Damit betrug die Reichweite dann wieder locker einen Tag. Das 23-cm-Band war nur für den Sächsischen Bergwettbewerb von Bedeutung. So dient dieses Gerät jetzt einem Funkfreund.

 


Mit einer Urlaubsreise nach Bayern im August 2016 begann meine Outdoor-Aktivität auf Kurzwelle. Technische Grundlage ist ein FT-817ND mit cw-Filter, gespeist von dem 8,5-Ah-Akku. Zwei Pertinaxplatten sind mit Distanzstücken in 60 mm Abstand miteinander verbunden und bilden das Tragegestell für den tcvr. Damit ist gewährleistet, dass das Gerät nicht auf den hinteren Anschlusskabel steht. Die Fototasche ist natürlich größer als die des FT-90.

 FT-817ND in a photobag

FT-817ND mit Akku, Keyer und Antennentuner in der Fototasche, daneben ATU, linked dipole, RG-58-Kabel

 Den im Bild auch gezeigten automatischen Antennentuner T1 von Elecraft habe ich noch nicht gebraucht, die Anpassung des Dipols ist sehr gut.


Die 5 W Output sind nicht immer ausreichend. So habe ich auch einen IC-7000 outdoor-fähig gemacht. Hierfür muss aber das Bedienteil abgesetzt werden. Das Gerät steht dann auf der Frontseite und die Anschlüsse für Antenne, Stromversorgung und Keyer auf der Rückseite sind frei zugänglich. Das Bedienteil wird beim Betrieb neben die Fototasche gelegt.

Der 15-Ah-Akku erlaubt ca. 2 Stunden Betrieb bei 50 W Output. Etwas weniger, wenn ich viel CQ rufen muss.

Antennen

Für VHF-/UHF-QSOs verwende ich gern die SOTA-Antenne von Anjo. Allerdings nach Umbau, da die Originalversion einen hohen Montageaufwand hat. Die Bohrungen für die Elemente im Boom habe ich auf 6 mm aufgebohrt und dort extra lange Telefonbuchsen eingebaut. Die Elemente selbst habe ich mittels Distanzhülzen mit M4-Innengewinde und dazu passenden Bananensteckern steckbar gemacht. Mittels Netzwerkanalysator habe ich dann die Elementlägen wieder optimiert. Im praktischen Einsatz wird mir aber immer wieder ein deutlicher Leistungsverlust auf 430 MHz gegenüber 145 MHz bescheinigt.


Für KW habe ich mir einen linked dipole für 40/30/20 m gebaut. Das benötigte Material (Litze, Mittelisolator, Abspannisolatoren) liefert DX-wire. Als Verbinder kommen vergoldete Telefonbuchsen und Bananenstecker mit 2 mm Durchmesser zum Einsatz. Da verzinnte Litze am Ende der Verzinnung spröde ist müssen diese Bereiche gegen Verbiegen geschützt werden, hier mit Schrumpfschlauch. Im Bild mit dem FT-817 ist das ganz gut zu erkennen.


Ich habe auch einen Buddipole und diesen bereits mehrfach auf 7 MHz eingesetzt. Allerdings ist die Abstimmung im Gelände sehr kritisch. Hier muss ich noch einmal viel Zeit mit dem Netzwerkanalyzer investieren.

Zubehör

Begonnen habe ich mit einem knapp 3 m langen Teleskopmast von Buddipole. Der ist stabil aber nicht verdrehsicher. Eine kleine Vormast-Yagi dreht sich immer in der Wind.Leider habe ich ihn mal auf einem Berg vergessen.


Jetzt verwende ich standardmäßig einen GFK-Teleskopmast von DX-wire mit 65 cm Packmaß. Die obersten Elemente habe ich entfernt, so dass die Länge bei 6 m liegt und meine Antennenbefestigungen passen.


Ein 3 m langer Shock Cord-Mast von Buddipole ist zwar verdrehsicher. Allerdings ist die Wandstärke der Elemente recht schwach. Nach mehreren Einsätzen erscheint mir dieses Modell für den regulären Einsatz im Gelände nicht geeignet.


Ein Palm Paddle mit Keyer ist zwar nicht billig, funktioniert aber bestens im Gelände. Als Anschlusskabel vrwende ich ein Modell von SyncWire, erhältlich bei amazon mit 1 m Länge. Dieses ist robust und vor allem seeehr flexibel.


Ein billiger Ein-Ohr-Kopfhörer sorgt unter anderem dafür, dass Mitmenschen nicht mehr als erforderlich durch mich gestört werden.